Buch zu Informations- und Maschinenethik

Im Sommer 2019 erscheint die zweite Auflage des Lexikons zur Informationsethik von Oliver Bendel im Springer-Verlag. Auf die „300 Keywords Informationsethik“ von 2016 folgen die „400 Keywords Informationsethik“. In beiden Fällen lautet der Untertitel „Grundwissen aus Computer-, Netz- und Neue-Medien-Ethik sowie Maschinenethik“. Sowohl die Bereiche der Informations-, Roboter- und Maschinenethik als auch die der Künstlichen Intelligenz und der Robotik wurden ausgebaut. Es finden sich nun Begriffe wie „Einhorn“, „Brain-Computer Interface“, „Digitaler Zwilling“ und „Gesichtserkennung“ darin. 2014 und 2015 war das Projekt noch mit dem Wunsch gestartet, die Informationsethik weiterleben zu lassen und die Maschinenethik einem breiteren Publikum nahezubringen. Das Buch erschien 2016 und wurde seitdem etwa 40.000 Mal heruntergeladen. In der Zwischenzeit explodierten die Themenbereiche förmlich. Eine zweite Auflage war dringend notwendig. Auf über 300 Seiten kann man sich nun einen Überblick über vergangene, gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen verschaffen und sich Definitionen bekannter und weniger bekannter Phänomene aneignen. Weitere Informationen über www.springer.com/gp/book/9783658266639.

Abb.: Frau mit Buch

Next Frontiers

„The ‚Next Frontiers‘ conference will bring scientists and science fiction authors into contact. Different sciences getting into interdisciplinary conversations plus authors of fiction offering new, even revolutionary perspectives will open up the territory for new visions of the future. The conference aims at surmounting old, dysfunctional patterns of thinking. Central to this is the reality transforming potential of literature, film and other arts, and the huge contribution of fictional world building to real scientific and technological breakthroughs.“ This is the introductory text for a conference to be held in Stuttgart from 27 to 29 June 2019. The opening lecture will be given by the information and machine ethicist Prof. Dr. Oliver Bendel. He is going to talk about approaches and artifacts of machine ethics. The writer Andreas Brandhorst will then give an introduction to artificial intelligence. On the panel they both will discuss with the journalist Constantin Schnell. Further information via www.next-frontiers.de/en/.

Fig.: A spaceship

Save the Hedgehogs!

Between June 2019 and January 2020, the sixth artifact of machine ethics will be created at the FHNW School of Business. Prof. Dr. Oliver Bendel is the initiator, the client and – together with a colleague – the supervisor of the project. Animal-machine interaction is about the design, evaluation and implementation of (usually more sophisticated or complex) machines and computer systems with which animals interact and communicate and which interact and communicate with animals. Machine ethics has so far mainly referred to humans, but can also be useful for animals. It attempts to conceive moral machines and to implement them with the help of further disciplines such as computer science and AI or robotics. The aim of the project is the detailed description and prototypical implementation of an animal-friendly service robot, more precisely a mowing robot called HAPPY HEDGEHOG (HHH). With the help of sensors and moral rules, the robot should be able to recognize hedgehogs (especially young animals) and initiate appropriate measures (interruption of work, expulsion of the hedgehog, information of the owner). The project has similarities with another project carried out earlier, namely LADYBIRD. This time, however, more emphasis will be placed on existing equipment, platforms and software. The first artifact at the university was the GOODBOT – in 2013.

Fig.: A happy hedgehog

A Great Moment in Machine Ethics

The 23rd Berlin Colloquium of the Daimler and Benz Foundation took place on May 22, 2019. It was dedicated to care robots, not only from the familiar positions, but also from new perspectives. The scientific director, Prof. Dr. Oliver Bendel, invited two of the world’s best-known machine ethicists, Prof. Dr. Michael Anderson and Prof. Dr. Susan L. Anderson. Together with Vincent Berenz, they had programmed a Nao robot with a series of values that determine its behavior and simultaneously help a person in a simulated elderly care facility. A contribution to this appeared some time ago in the Proceedings of the IEEE. For the first time, they presented the results of this project to a European audience, and their one-hour presentation, followed by a twenty-minute discussion, can be considered a great moment in machine ethics. Other internationally renowned scientists, such as the Japan expert Florian Coulmas, also took part. He dealt with artefacts from Japan and relativized the frequently heard assertion that the Japanese considered all things to be inspired. Several media reported on the Berlin Colloquium, for example Neues Deutschland.

Fig.: A Nao robot

Basics and Artifacts of Machine Ethics

More and more autonomous and semi-autonomous machines such as intelligent software agents, specific robots, specific drones and self-driving cars make decisions that have moral implications. Machine ethics as a discipline examines the possibilities and limits of moral and immoral machines. It does not only reflect ideas but develops artifacts like simulations and prototypes. In his talk at the University of Potsdam on 23 June 2019 („Fundamentals and Artifacts of Machine Ethics“), Prof. Dr. Oliver Bendel outlined the fundamentals of machine ethics and present selected artifacts of moral and immoral machines, Furthermore, he discussed a project which will be completed by the end of 2019. The GOODBOT (2013) is a chatbot that responds morally adequate to problems of the users. The LIEBOT (2016) can lie systematically, using seven different strategies. LADYBIRD (2017) is an animal-friendly robot vacuum cleaner that spares ladybirds and other insects. The BESTBOT (2018) is a chatbot that recognizes certain problems and conditions of the users with the help of text analysis and facial recognition and reacts morally to them. 2019 is the year of the E-MOMA. The machine should be able to improve its morality on its own.

Fig.: The LIEBOT

Das siebte Artefakt der Maschinenethik

An der Hochschule für Wirtschaft FHNW entsteht zwischen Juni 2019 und Januar 2020 das siebte Artefakt der Maschinenethik. Ideen- und Auftraggeber ist Prof. Dr. Oliver Bendel. Die Maschinenethik bringt moralische und unmoralische Maschinen hervor, derzeit als Konzepte, Simulationen oder Prototypen. Die maschinelle Moral ist überwiegend fest verankert, über Prinzipien bzw. Metaregeln sowie Regeln. Die Maschinen sind damit zu bestimmten Aktionen in der Lage, zu anderen nicht. Ein Ansatz, der eine gewisse Flexibilität verheißt, ist das Moralmenü (kurz MOME). Über dieses überträgt der Besitzer oder Benutzer seine eigene Moral, seine Vorstellungen und Überzeugungen zu Gut und Böse, seine Wertmaßstäbe, seine Verhaltensregeln auf die Maschine. Diese agiert und reagiert so, wie er dies auch tun würde, und zwar im Detail. Er trifft womöglich auf bestimmte Voreinstellungen, hat aber eine gewisse Freiheit, diese zu verändern oder neue Standardeinstellungen festzulegen. Im Projekt wird ein MOME prototypisch implementiert, das auf ein bereits bestehendes System oder ein im Projekt entwickeltes System zugreift.

Abb.: Ein Moralmenü für einen Sprachassistenten

Projekt HAPPY HEDGEHOG

An der Hochschule für Wirtschaft FHNW entsteht zwischen Juni 2019 und Januar 2020 das sechste Artefakt der Maschinenethik. Ideengeber und Auftraggeber ist Prof. Dr. Oliver Bendel. In der Tier-Maschine-Interaktion geht es um Design, Evaluierung und Implementierung von (in der Regel höherentwickelten bzw. komplexeren) Maschinen und Computersystemen, mit denen Tiere interagieren und kommunizieren und die mit Tieren interagieren und kommunizieren. Die Maschinenethik bezieht sich bisher vor allem auf Menschen, kann aber auch bei Tieren dienlich sein. Sie versucht moralische Maschinen zu konzipieren und mit Hilfe weiterer Disziplinen wie Informatik und KI bzw. Robotik zu implementieren. Ziel des Projekts ist die detaillierte Beschreibung und prototypische Umsetzung eines tierfreundlichen Serviceroboters, genauer gesagt eines Mähroboters, genannt HAPPY HEDGEHOG (HHH). Dieser soll mit Hilfe von Sensoren und moralischen Regeln vor allem Igel (auch und insbesondere Jungtiere) erkennen und geeignete Maßnahmen einleiten (Unterbruch der Arbeit, Vertreiben des Igels, Information des Besitzers). Das Projekt hat Ähnlichkeiten mit einem anderen Projekt, das früher durchgeführt wurde, nämlich LADYBIRD. Dieses Mal soll aber mehr auf vorhandene Geräte, Plattformen und Software gesetzt werden. Als erstes Artefakt entstand an der Hochschule der GOODBOT – im Jahre 2013.

Ein moralischer Pflegeroboter

Am 22. Mai 2019 fand das 23. Berliner Kolloquium der Daimler und Benz Stiftung statt. Es widmete sich Pflegerobotern, nicht nur aus den bekannten, sondern auch aus neuartigen Perspektiven. So hatte der wissenschaftliche Leiter, Prof. Dr. Oliver Bendel, zwei der bekanntesten Maschinenethiker der Welt eingeladen, Prof. Dr. Michael Anderson und Prof. Dr. Susan L. Anderson. Zusammen mit Vincent Berenz hatten sie einen Nao-Roboter mit einer Reihe von Werten programmiert, die sein Verhalten bestimmen und gleichzeitig einer Person in einer simulierten Einrichtung der Altenpflege helfen. Ein Beitrag dazu erschien vor einiger Zeit in den Proceedings of the IEEE. Zum ersten Mal trugen sie die Ergebnisse aus diesem Projekt vor einem europäischen Publikum vor, und ihre insgesamt einstündige Präsentation mit der anschließenden zwanzigminütigen Diskussion kann als eine Sternstunde der Maschinenethik gelten. Mit dabei waren weitere international bekannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, etwa der Japanexperte Florian Coulmas. Er ging auf Artefakte aus Japan ein und relativierte die häufig gehörte Behauptung, die Japaner hielten alle Dinge für beseelt. Mehrere Medien berichteten über das Berliner Kolloquium, beispielsweise Neues Deutschland.

Abb.: Ein Nao wurde moralisiert

An Award for AI Devoted to the Social Good

The Association for the Advancement of Artificial Intelligence (AAAI) and Squirrel AI Learning announced the establishment of a new one million dollars annual award for societal benefits of AI. According to a press release of the AAAI, the award will be sponsored by Squirrel AI Learning as part of its mission to promote the use of artificial intelligence with lasting positive effects for society. „This new international award will recognize significant contributions in the field of artificial intelligence with profound societal impact that have generated otherwise unattainable value for humanity. The award nomination and selection process will be designed by a committee led by AAAI that will include representatives from international organizations with relevant expertise that will be designated by Squirrel AI Learning.“ (AAAI Press Release, 28 May 2019) The AAAI Spring Symposia have repeatedly devoted themselves to social good, also from the perspective of machine ethics. Further information via aaai.org/Pressroom/Releases//release-19-0528.php.

Fig.: An award for AI

AI Love You

Using an interdisciplinary approach, the book „AI love you“ explores the emerging topics and rapid technological developments of robotics and artificial intelligence through the lens of the evolving role of sex robots, and how they should best be designed to serve human needs. „An international panel of authors provides the most up-to-date, evidence-based empirical research on the potential sexual applications of artificial intelligence. Early chapters discuss the objections to sexual activity with robots while also providing a counterargument to each objection. Subsequent chapters present the implications of robot sex as well as the security and data privacy issues associated with sexual interactions with artificial intelligence.“ (Information by Springer) Topics featured in this book include: the Sexual Interaction Illusion Model, the personal companion system, Harmony, designed by Realbotix, an exposition of the challenges of personal data control and protection when dealing with artificial intelligence, and the current and future technological possibilities of projecting three-dimensional holograms. Oliver Bendel is the author of the contribution to the latter topic, entitled „Hologram Girl“. The book is edited by Yuefang Zhou and Martin H. Fischer and will be published in summer 2019. More information via www.springer.com/gp/book/9783030197339.

Fig.: AI love you